Was wissen Sie über Ihr Unternehmen? Umsatz, Kosten, Gewinn, Mitarbeiterzahl – auf Anhieb. Was wissen Sie über Ihren Körper? Diese Frage bleibt bei den meisten unbeantwortet. Dabei ist der Körper das einzige “System”, das wirklich nicht ersetzbar ist. Drei Untersuchungsbereiche liefern einen überraschend klaren Überblick darüber, wie gut der Körper tatsächlich funktioniert.
1. Glykämisches Profil: Ihr Verhältnis zu Zucker und Insulin
Der erste und wichtigste Bereich ist der glykämische Status – also wie gut der Körper Zucker und Insulin reguliert. Er umfasst drei Marker: Nüchternblutzucker (aktueller Zuckergehalt im Blut), HbA1c (Dreimonatsmittelwert des Blutzuckers) und Nüchterninsulin. Das Verhältnis von Insulin zu Blutzucker zeigt, wie insulinsensitiv der Körper ist. Je mehr Insulin benötigt wird, um den Blutzucker zu senken, desto höher ist die Insulinresistenz – ein frühes Warnsignal für das metabolische Syndrom [1].
Wichtig: Nicht nur Menschen mit süßer Ernährung sind betroffen. Auch hochglykämische Kohlenhydrate wie Weißbrot, weißer Reis oder stärkehaltige Lebensmittel können die Bauchspeicheldrüse überlasten. Steigt Insulin dauerhaft an, blockiert es zusätzlich den Fettstoffwechsel – was erklärt, warum erhöhtes Insulin oft mit erhöhten Triglyceriden und schlechterem Herzschutzprofil einhergeht.
2. Hormonstatus: Mehr als nur Testosteron und Östrogen
Ein vollständiger Hormonstatus geht über die reinen Hormonspiegel hinaus. Besonders aufschlussreich sind DHEA (ein Vorläuferhormon) und SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin). SHBG bindet freies Testosteron und macht es unverfügbar – bei erhöhtem SHBG kann der Testosteronwert im Normbereich liegen, der freie (wirksame) Anteil jedoch zu niedrig sein. Nährstoffdefizite, besonders Vitamin D3 und DHEA-Mangel, sind häufige Ursachen für einen suboptimalen Hormonstatus, lange bevor eine tatsächliche Störung des Hormonsystems vorliegt [2].
3. Nährstoffprofil: Die häufig übersehenen Mängel
Weltweit sind schätzungsweise 30–50 % der Bevölkerung mit Vitamin D3 unzureichend versorgt [3]. Vitamin D3 ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst herstellt – aus Sonnenlicht und Cholesterin. Jede Körperzelle besitzt einen Rezeptor dafür. Bei Mangel ist nicht nur das Immunsystem geschwächt, sondern auch Knochenstabilität, Hormonsynthese und entzündungsregulierende Prozesse. Neben D3 gehören Vitamin B12, Magnesium und Kalium zu den am häufigsten defizitären Nährstoffen in der Routinelabordiagnostik.
Einmalig: Der genetische Methylierungstest
Ergänzend zu diesen Blutmarkern liefert ein Methylierungstest, der nur einmal im Leben durchgeführt wird, wichtige individuelle Informationen: Er zeigt, welche Nährstoffe der Körper aus der Nahrung oder aus Supplementen in die nutzbare Form umwandeln kann und bei welchen Genvarianten dies eingeschränkt ist. Zusammen mit dem Blutbild entsteht so ein individuelles Bild, das gezielte Maßnahmen erlaubt – statt allgemeiner Empfehlungen.
Quellen
[1] Ginsberg HN. et al.: Metabolic Syndrome and Cardiovascular Disease. Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology (2009).
[2] Dhindsa S. et al.: DHEA and SHBG in relation to free testosterone. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (2010).
[3] Cui A. et al.: Global and regional prevalence of vitamin D deficiency in population-based studies from 2000 to 2022. Frontiers in Nutrition (2023). DOI: 10.3389/fnut.2023.1070808